Die rechtliche Due-Diligence-Prüfung ist eine der wichtigsten Phasen einer Investitionstransaktion in ein Startup-Unternehmen.
Wenn ein Business Angel, ein Risikokapitalfonds, ein Unternehmensinvestor oder ein strategischer Käufer eine Investition in ein türkisches Startup erwägt, möchte der Investor in der Regel sicherstellen, dass das Unternehmen rechtmäßig die Anteile besitzt, die es beansprucht, und dass keine versteckten rechtlichen Risiken bestehen, die die Investition gefährden könnten.
Ein Startup könnte Folgendes haben:
- beeindruckendes Umsatzwachstum
- innovative Technologie,
- Tausende von Kunden,
- ein starkes Gründerteam und
- erhebliches Marktpotenzial.
Allerdings können schwerwiegende rechtliche Probleme die Bewertung beeinträchtigen oder den Abschluss einer Investition verhindern.
Ein Investor könnte beispielsweise Folgendes feststellen:
- Der Quellcode gehört einem ehemaligen Freiberufler
- Die Marke ist persönlich auf den Namen des Gründers eingetragen
- Frühere Aktienübertragungen waren nicht ordnungsgemäß dokumentiert
- Ein inaktiver Gründer besitzt immer noch einen beträchtlichen Anteil
- Den Mitarbeitern wurden nicht dokumentierte Aktienbeteiligungszusagen gemacht
- Wichtige Kundenverträge beinhalten eine unbeschränkte Haftung
- werden personenbezogene Daten ohne angemessene Compliance-Struktur verarbeitet, oder
- Das Startup ist in einem regulierten Sektor tätig, verfügt aber nicht über die erforderliche Genehmigung.
Diese Probleme können folgende Folgen haben:
- verzögerte Schließung
- Wertminderung
- zusätzliche Garantien,
- Entschädigungsverpflichtungen
- Umstrukturierungsanforderungen
- Treuhandvereinbarungen oder
- Der Investor hat die Transaktion komplett abgebrochen.
Aus diesem Grund sollte die rechtliche Due-Diligence-Prüfung nicht lediglich als Untersuchung eines Investors betrachtet werden.
Es sollte auch als Test dafür gesehen werden, ob das Startup ein rechtlich tragfähiges Geschäftsmodell aufgebaut hat.
Dieser Leitfaden erläutert die wichtigsten Bereiche, die bei der rechtlichen Due-Diligence-Prüfung von Startups in der Türkei untersucht werden, und wie Gründer ihre Unternehmen vorbereiten können, bevor sie sich an Investoren wenden.
Was ist rechtliche Sorgfaltsprüfung?
Die rechtliche Due-Diligence-Prüfung ist der Prozess, durch den ein Investor den Rechtsstatus, die Rechte, Pflichten und Risiken eines Zielunternehmens untersucht, bevor er eine Investition oder Übernahme tätigt.
Der Investor möchte im Allgemeinen Antworten auf einige grundlegende Fragen:
- Existiert das Unternehmen rechtmäßig und arbeitet es ordnungsgemäß?
- Wem gehört das Unternehmen eigentlich?
- Besitzt das Startup die Rechte an seinem geistigen Eigentum?
- Bestehen wesentliche vertragliche Verbindlichkeiten?
- Sind Mitarbeiter und Gründer ordnungsgemäß dokumentiert?
- Hält das Unternehmen die geltenden Vorschriften ein?
- Gibt es Rechtsstreitigkeiten, Schulden oder regulatorische Risiken?
- Ist die Unternehmensstruktur mit der geplanten Investition vereinbar?
Die rechtliche Due-Diligence-Prüfung untersucht daher die rechtliche Realität hinter der Geschäftsgeschichte des Startups.
Warum ist Due Diligence bei Investitionen in Startups wichtig?
Ein Investor verfügt in der Regel über deutlich weniger Informationen über das Unternehmen als die Gründer.
Die Gründer haben möglicherweise schon mehrere Jahre an dem Unternehmen gearbeitet.
Der Investor ist möglicherweise erst vor Kurzem in die Gespräche eingetreten.
Dadurch entsteht ein Informationsungleichgewicht.
Die Due-Diligence-Prüfung ermöglicht es dem Investor, unabhängig zu prüfen, ob die während der Kapitalbeschaffung gemachten Aussagen durch Dokumente belegt sind.
Ein Gründer könnte beispielsweise sagen:
„Unsere gesamte Technologie gehört uns.“
Der Investor möchte Folgendes sehen:
- Vereinbarungen zur Übertragung des geistigen Eigentums der Gründer,
- Arbeitsverträge,
- Freiberuflerverträge,
- Softwarelizenzen und
- relevante Registrierungen von geistigem Eigentum.
Gleiches gilt, wenn der Gründer sagt:
„Gründer A besitzt 60 % und Gründer B besitzt 40 %.“
Der Investor wird dies anhand von Unternehmensunterlagen überprüfen und sich nicht ausschließlich auf eine Tabellenkalkulation verlassen.
Wann beginnt die rechtliche Due-Diligence-Prüfung?
Die Due-Diligence-Prüfung beginnt in der Regel, nachdem die Parteien eine vorläufige Einigung über die Investitionsbedingungen erzielt haben.
Ein typischer Investitionsprozess für Startups könnte folgendermaßen ablaufen:
- Erste Investorengespräche
- Präsentation und Finanzprüfung
- Vorläufige Bewertungsverhandlungen
- Term Sheet
- Exklusivität
- Rechtliche Due-Diligence-Prüfung
- Finanzielle und steuerliche Due Diligence
- Verhandlungen über Investitionsdokumente
- Vorbedingungen
- Schließen
Die Reihenfolge kann jedoch variieren.
Manche Investoren führen vor der Abgabe eines Term Sheets nur eine eingeschränkte Due-Diligence-Prüfung durch.
Andere unterzeichnen zunächst eine bedingte Absichtserklärung und führen anschließend eine detaillierte Prüfung durch.
Was ist eine Liste der Anfragen zur rechtlichen Sorgfaltspflicht?
Die Anwälte des Investors senden dem Startup üblicherweise eine Liste mit Fragen zur Due-Diligence-Prüfung.
Dieses Dokument listet die Unterlagen auf, die das Startup bereitstellen sollte.
Die Liste kann Dokumente anfordern, die Folgendes betreffen:
- Unternehmensstruktur
- Aktionäre
- Finanzierung,
- geistiges Eigentum,
- Mitarbeiter,
- Handelsverträge,
- Rechtsstreitigkeiten
- Besteuerung,
- Datenschutz
- Einhaltung gesetzlicher Bestimmungen
- Immobilie,
- Versicherung und
- Transaktionen mit verbundenen Unternehmen.
Das Startup lädt diese Dokumente normalerweise in einen virtuellen Datenraum hoch.
Was ist ein virtueller Datenraum?
Ein virtueller Datenraum, kurz VDR, ist eine sichere digitale Umgebung zur Organisation von Transaktionsdokumenten.
Der Datenraum kann Ordner wie die folgenden enthalten:
1. Unternehmen
- Satzung,
- Handelsregisterauszüge,
- Aktionärsregister,
- Beschlüsse des Vorstands,
- Beschlüsse der Generalversammlung.
2. Finanzierung
- frühere Investitionsvereinbarungen
- Gesellschafterdarlehen,
- wandelbare Instrumente,
- Optionsvereinbarungen.
3. Geistiges Eigentum
- Marken,
- Patente,
- Softwareverträge
- IP-Zuweisungen.
4. Beschäftigung
- Arbeitsverträge,
- Beraterverträge,
- Vertraulichkeitsvereinbarungen.
5. Handelsverträge
- Kundenvereinbarungen
- Lieferantenverträge,
- Partnerschaftsvereinbarungen.
6. Regulierung
- Lizenzen,
- Genehmigungen,
- Korrespondenz mit den Aufsichtsbehörden.
7. Rechtsstreitigkeiten
- Klagen,
- Vollstreckungsverfahren
- Verwaltungsuntersuchungen.
Gut organisierte Datenräume können den Investitionsprozess deutlich verbessern.
Warum Gründer sich vor der Mittelbeschaffung vorbereiten sollten
Viele Gründer warten, bis ein Investor Unterlagen anfordert, bevor sie den rechtlichen Status des Unternehmens prüfen.
Dadurch entsteht unnötiger Druck.
Angenommen, ein Investor möchte innerhalb von sechs Wochen abschließen.
Im Rahmen der Due-Diligence-Prüfung stellt das Startup Folgendes fest:
- Die Marke gehört einem Gründer persönlich
- Ehemalige Freiberufler haben nie IP-Abtretungserklärungen unterzeichnet
- Mehrere Beschlüsse des Vorstands fehlen
- Ein Berater beansprucht 3% der Anteile
- Ein altes Wandeldarlehen wurde nie ordnungsgemäß dokumentiert.
Die Behebung dieser Probleme während des Investitionsprozesses kann den Abschluss erheblich verzögern.
Startups sollten daher vor Beginn einer ernsthaften Kapitalbeschaffung eine interne rechtliche Vorprüfung der Investitionslage in Betracht ziehen
1. Unternehmensprüfung (Sorgfaltspflicht)
Die Unternehmensdokumentation wird üblicherweise als erstes geprüft.
Der Investor muss sich vergewissern, dass das Unternehmen:
- wurde wirksam eingebunden,
- bleibt rechtlich aktiv,
- hat ordnungsgemäß dokumentierte Aktienbesitzverhältnisse,
- hat die Unternehmensunterlagen geführt, und
- verfügt über gültige Autoritätsstrukturen.
Die Rezension kann Folgendes beinhalten:
- Satzung,
- Gründungsdokumente,
- Handelsregistereinträge,
- Bekanntmachungen im türkischen Handelsregister,
- Aktienbuch,
- Aktionärsliste
- Aktienzertifikate,
- Beschlüsse des Vorstands,
- Beschlüsse der Generalversammlung
- Unterschriftsbefugnisse,
- Dokumentation der Kapitalerhöhung und
- Änderungen der Satzung.
Überprüfung der Kapitalisierungstabelle
Der Investor wird die Kapitalstruktur des Startups mit den offiziellen Unternehmensunterlagen vergleichen.
Die Gründer könnten beispielsweise Folgendes präsentieren:
Gründer A: 55 %
Gründer B: 35 %
Business Angel: 10 %
Der Investor wird überprüfen, ob diese Prozentsätze mit Folgendem übereinstimmen:
- Grundkapital,
- Aktienbucheinträge,
- Aktienübertragungen,
- Kapitalerhöhungen und
- Unternehmensbeschlüsse.
Jegliche Unstimmigkeit kann ein ernsthaftes Problem im Zusammenhang mit der Sorgfaltspflicht darstellen.
Informelle Gleichstellungsversprechen
Ein häufiges Problem bei Startups sind nicht dokumentierte Zusagen von Unternehmensanteilen.
Zum Beispiel:
„Wir haben unserem ehemaligen CTO 3 % versprochen.“
oder:
„Unser Berater soll nach der nächsten Runde 1 % erhalten.“
Der Investor wird fragen:
- Wurden die Aktien rechtmäßig ausgegeben?
- Besteht eine bindende vertragliche Verpflichtung?
- Ist der Prozentsatz vor oder nach der Kapitalerhöhung?
- Unterliegt die Beteiligung einer Unverfallbarkeitsfrist?
- Wird der Anteil des neuen Investors verwässert?
Jede informelle Beteiligungszusage kann die tatsächliche Kapitalisierung des Startups beeinflussen.
Gründer sollten es vermeiden, leichtfertig Prozentsätze zu versprechen.
Gründeranteile
Anlegerberater können Folgendes prüfen:
- wie die Gründeranteile erworben wurden
- ob Kapitalzusagen erfüllt wurden,
- ob Gründeranteile einer Sperrfrist unterliegen,
- ob ein Gründer ausgeschieden ist,
- ob die Aktien verpfändet oder belastet sind, und
- ob Gründerstreitigkeiten bestehen.
Besonders besorgniserregend sind große Beteiligungen im Besitz inaktiver Gründer.
Aktienübertragungen
Frühere Aktienübertragungen sollten sorgfältig geprüft werden.
Der Investor kann prüfen, ob:
- Es existieren Übertragungsdokumente
- Die erforderlichen Genehmigungen wurden eingeholt
- Die Aktienbucheinträge wurden aktualisiert
- Die steuerlichen Folgen wurden berücksichtigt,
- Die erforderlichen gesellschaftsrechtlichen Formalitäten wurden abgeschlossen.
Unsachgemäße historische Aktienübertragungen können Unsicherheit hinsichtlich der aktuellen Eigentumsverhältnisse hervorrufen.
Kapitalerhöhungen
Wenn das Startup zuvor Eigenkapitalfinanzierungen aufgenommen hat, kann der Investor überprüfen, ob jede Kapitalerhöhung ordnungsgemäß durchgeführt wurde.
Dies kann Folgendes umfassen:
- Beschlüsse der Generalversammlung
- Beschlüsse des Vorstands,
- Abonnementverpflichtungen
- Vorkaufsrechte,
- Kapitalzahlungen,
- Handelsregistereinträge und
- Änderungen der Unternehmensunterlagen.
Ein unterzeichneter Investitionsvertrag bedeutet nicht zwangsläufig, dass die Kapitalerhöhung des Unternehmens rechtlich abgeschlossen wurde.
2. Gründervereinbarungen
Die Beziehungen zum Gründer spielen bei der Due-Diligence-Prüfung von Startups eine besonders wichtige Rolle.
Der Investor kann Folgendes beantragen:
- Gründervereinbarung
- Aktionärsvereinbarung
- Vesting-Vereinbarungen,
- Anstellungsverträge für Gründer,
- Zuweisungen von geistigem Eigentum der Gründer,
- Wettbewerbsverbote und
- Darlehensverträge für Gründer.
Der Investor möchte wissen, ob das Gründerteam rechtlich stabil ist.
Gründer-Vesting
Ein Investor könnte fragen:
- Sind die Gründeranteile unverfallbar?
- Was passiert, wenn ein Gründer ausscheidet?
- Gibt es eine umgekehrte Vesting-Option?
- Gibt es eine Struktur für gute und schlechte Abgänge?
- Wer kann noch nicht unverfallbare Aktien erwerben?
Wenn die Gründer über einen erheblichen Anteil an den Unternehmensanteilen ohne Bedingungen verfügen, kann der Investor als Bedingung für die Investition neue Vesting-Vereinbarungen fordern.
Verstorbene Gründer
Ein ausgeschiedener Gründer kann ein erhebliches Risiko darstellen.
Vermuten:
Aktive Gründer: 60 %
Ehemaliger Gründer: 30 %
Angel-Investor: 10 %
Der ehemalige Gründer leistet keinen Beitrag mehr zum Unternehmen.
Ein Investor könnte die 30%ige Beteiligung als problematisches, nicht mehr benötigtes Eigenkapital betrachten.
Die neue Investition könnte daher an die Bedingung geknüpft sein, dass die Eigentumsverhältnisse des ehemaligen Gründers neu strukturiert werden.
Gründerstreitigkeiten
Investoren sehen ungelöste Aktionärskonflikte im Allgemeinen ungern.
Warnsignale können sein:
- anhängiger Rechtsstreit zwischen den Gründern
- strittige Aktienbesitzverhältnisse
- Ansprüche im Zusammenhang mit geistigem Eigentum,
- umstrittene Managementrechte
- Verweigerung der Genehmigung von Unternehmensbeschlüssen, oder
- Vorwürfe des Fehlverhaltens.
Streitigkeiten zwischen den Gründern können die zukünftige Unternehmensführung unvorhersehbar machen.
3. Sorgfältige Prüfung des geistigen Eigentums
Für Technologie-Startups ist die Due-Diligence-Prüfung des geistigen Eigentums möglicherweise der wichtigste Teil der gesamten rechtlichen Überprüfung.
Die zentrale Frage lautet:
Besitzt oder kontrolliert das Startup rechtmäßig die Technologie, die für den Betrieb seines Geschäfts erforderlich ist?
Der Investor kann Folgendes prüfen:
- Software,
- Quellcode,
- Algorithmen,
- Marken,
- Patente,
- Entwürfe
- Datenbanken,
- Domainnamen,
- technische Dokumente,
- proprietäre Inhalte und
- Geschäftsgeheimnisse.
Vom Gründer entwickelte Software
Viele Startups entwickeln ihr Produkt vor der Unternehmensgründung.
Der technische Gründer könnte beispielsweise die erste Version der Software selbst schreiben.
Das Startup wird später gegründet.
Der Investor wird fragen, ob der Gründer die entsprechenden Rechte an das Unternehmen übertragen hat.
Falls kein gültiger Technologietransfer vorliegt, kann das Startup möglicherweise nicht die volle Kontrolle über seine Kerntechnologie erlangen.
Vom Mitarbeiter erstelltes geistiges Eigentum
Arbeitsverträge sollten gegebenenfalls geeignete Bestimmungen zum geistigen Eigentum enthalten.
Der Investor kann prüfen, ob:
- Softwareentwickler sind Angestellte
- Verträge legen die Rechte an geistigem Eigentum fest
- Es bestehen Vertraulichkeitsverpflichtungen,
- Das Startup besitzt die Rechte an der von Mitarbeitern entwickelten Technologie.
Ein allgemeiner Arbeitsvertrag bietet möglicherweise nicht immer ausreichend Klarheit für anspruchsvolle Technologieunternehmen.
Freelancer IP
Freiberufler stellen eines der häufigsten IP-Risiken für Startups dar.
Ein Startup kann einen externen Entwickler mit der Erstellung kritischer Software beauftragen.
Das Unternehmen begleicht die Rechnung.
Der Gründer geht davon aus, dass dem Startup nun alles gehört.
Diese Annahme könnte falsch sein.
Der Freelancer-Vertrag sollte Folgendes klar regeln:
- Eigentum,
- Übertragung oder Lizenzierung von Rechten,
- Quellcode,
- abgeleitete Werke,
- Materialien von Drittanbietern,
- Vertraulichkeit und
- zukünftige Verwendung.
Falls entsprechende Vereinbarungen fehlen, kann der Investor vor Vertragsabschluss eine rückwirkende Übertragung der IP-Rechte verlangen.
Open-Source-Software
Nahezu jedes Technologie-Startup nutzt Open-Source-Software.
Das ist nicht automatisch ein Problem.
Allerdings können Open-Source-Lizenzen Bedingungen enthalten.
Der Investor möchte möglicherweise Folgendes verstehen:
- welche Open-Source-Komponenten verwendet werden,
- Welche Lizenzen gelten?
- ob Offenlegungspflichten für Quellen bestehen,
- ob proprietäre Software betroffen ist, und
- ob die Anforderungen an die Quellenangabe eingehalten wurden.
Strenge Copyleft-Lizenzen können je nach Art der Softwareintegration besondere Bedenken hervorrufen.
Markenrechte
Der Investor kann prüfen, ob:
- Das Unternehmen besitzt die Markenrechte des Startups
- Es gibt Markenanmeldungen
- Marken sind in den entsprechenden Klassen eingetragen
- Die Registrierungen erfolgen auf die persönlichen Namen der Gründer, und
- Es bestehen Risiken von Rechtsverletzungen durch Dritte.
Wenn ein Gründer persönlich die primäre Marke des Startups besitzt, kann dies ein Warnsignal im Rahmen der Due-Diligence-Prüfung sein.
Domainnamen
Anleger können außerdem die Eigentums- und Kontrollverhältnisse folgender Gegenstände überprüfen:
- primäre Domainnamen,
- Produktdomänen,
- Social-Media-Konten und
- andere kritische digitale Assets.
Ein Startup sollte es vermeiden, sich auf Domainregistrierungen zu verlassen, die ausschließlich über das persönliche Konto eines ausgeschiedenen Gründers kontrolliert werden.
Patentrechte
Startups aus den Bereichen Deep-Tech, Biotechnologie und Ingenieurwesen benötigen möglicherweise eine Patentprüfung.
Der Investor kann Folgendes prüfen:
- Patentanmeldungen,
- eingetragene Patente,
- Erfindungswesen
- Aufgaben,
- Gerichtsbarkeiten,
- Wartungsgebühren,
- Lizenzvereinbarungen und
- Verletzungsrisiken.
Der Investor kann auch prüfen, ob die Technologie tatsächlich unter den Schutzbereich der vom Unternehmen beanspruchten Patente fällt.
4. Sorgfältige Prüfung von Handelsverträgen
Investoren müssen die vertraglichen Beziehungen des Startups verstehen.
Das Unternehmen ist möglicherweise verpflichtet, seine wichtigsten Daten offenzulegen:
- Kundenvereinbarungen
- SaaS-Verträge
- Lieferantenverträge,
- Vertriebsvereinbarungen
- Lizenzvereinbarungen
- Wiederverkäuferverträge,
- Partnerschaftsvereinbarungen
- Cloud-Service-Vereinbarungen und
- Strategische Kooperationsverträge.
Material Kundenverträge
Große Kundenverträge können für die Bewertung von entscheidender Bedeutung sein.
Der Investor kann Folgendes prüfen:
- Vertragsdauer
- Erneuerung,
- Kündigungsrechte
- Preisgestaltung,
- Exklusivität
- Garantien,
- Servicelevel
- Haftungsgrenzen,
- Entschädigungen,
- Bestimmungen zum geistigen Eigentum und
- Kontrollwechselklauseln.
Ein Startup mit beträchtlichen wiederkehrenden Einnahmen könnte weniger attraktiv sein, wenn Kunden alle Verträge sofort und ohne Strafgebühren kündigen können.
Kontrollwechselklauseln
Manche Verträge enthalten Klauseln, die bei einem Kontrollwechsel des Startups greifen.
Ein Großkunde hat beispielsweise das Recht zur Kündigung, wenn:
- das Unternehmen wird übernommen
- Eigentumswechsel, die eine bestimmte Schwelle überschreiten, oder
- Ein Konkurrent wird zum Aktionär.
Diese Klauseln gewinnen insbesondere bei strategischen Investitions- und Übernahmetransaktionen an Bedeutung.
Zuweisungsbeschränkungen
Verträge können die Übertragung vertraglicher Rechte ohne Zustimmung untersagen.
Dies kann in folgenden Fällen von Bedeutung sein:
- Fusionen,
- Umstrukturierungen,
- Vermögensverkäufe und
- Unternehmensumstrukturierung.
Der Investor wird prüfen, ob die geplante Investition eine Zustimmungspflicht auslöst.
Unbeschränkte Haftung
Startup-Gründer unterzeichnen oft frühzeitig Kundenverträge, ohne die Haftungsklauseln sorgfältig auszuhandeln.
Der Vertrag kann Folgendes vorsehen:
- unbegrenzter Schadenersatz
- umfassende Entschädigung,
- unbeschränkte Haftung für Cybersicherheit oder
- überhöhte Vertragsstrafen.
Diese Verpflichtungen können in keinem Verhältnis zu den Einnahmen des Startups stehen.
Ein Investor kann solche Verträge als erhebliche Verbindlichkeiten betrachten.
Meistbegünstigungsklauseln
Einige Unternehmenskunden verhandeln Klauseln, die das Startup dazu verpflichten, ihnen mindestens ebenso günstige Konditionen zu gewähren wie anderen Kunden.
Diese Klauseln können sich auf die Preisflexibilität und die Gewinnmargen auswirken.
Anleger sollten sie daher sorgfältig prüfen.
Exklusivität
Ein Startup kann auch folgende Fördermittel erhalten haben:
- territoriale Exklusivität
- Kundenexklusivität,
- Technologieexklusivität oder
- Exklusiver Vertrieb.
Weitgehende Exklusivität kann Wachstumschancen einschränken und den Unternehmenswert mindern.
5. Sorgfältige Prüfung der Beschäftigungspflichten
Mitarbeiter können sowohl zu den wichtigsten Vermögenswerten als auch zu den potenziellen Verbindlichkeiten eines Startups gehören.
Der Investor kann Folgendes prüfen:
- Arbeitsverträge,
- Entschädigung,
- Verträge für das obere Management
- Regelungen für Fernarbeit,
- Vertraulichkeit,
- IP-Bestimmungen
- Mitarbeiterstreitigkeiten
- Kündigungshistorie und
- Einhaltung der Sozialversicherungsvorschriften.
Schlüsselmitarbeiter
Bestimmte Mitarbeiter können für das Start-up von entscheidender Bedeutung sein.
Beispiele hierfür sind:
- CTO
- leitende Ingenieure
- Produktmanager,
- Vertriebsmitarbeiter
- Regulierungsfachleute.
Der Investor kann prüfen, ob diese Personen:
- müssen gültige Verträge haben,
- unterliegen der Vertraulichkeit
- unterliegen den entsprechenden Bestimmungen zum geistigen Eigentum
- haben Optionsvereinbarungen, und
- werden voraussichtlich auch nach der Investition bestehen bleiben.
Risiko für Freiberufler oder Angestellte
Manche Startups stufen langjährige Mitarbeiter als Freiberufler ein.
Der Investor kann prüfen, ob die tatsächliche Beziehung einem Arbeitsverhältnis ähnelt.
Relevante Faktoren können sein:
- kontinuierliche Arbeit,
- organisatorische Abhängigkeit
- Managementanweisungen,
- Arbeitszeit,
- Exklusivität
- Ausrüstung und
- wirtschaftliche Abhängigkeit.
Eine falsche Einstufung kann unter Umständen zu Haftungsansprüchen im Bereich des Arbeitsrechts und der Sozialversicherung führen.
Ansprüche von Arbeitnehmern
Das Startup sollte Folgendes offenlegen:
- Arbeitsrechtsstreitigkeiten
- angedrohte Ansprüche
- unbezahlte Löhne
- Kündigungsstreitigkeiten
- Arbeitsunfälle und
- andere wesentliche Mitarbeiterangelegenheiten.
Der Versuch, bekannte arbeitsrechtliche Streitigkeiten zu verheimlichen, kann später zu Gewährleistungsansprüchen führen.
Mitarbeiterbeteiligung
Investoren können die den Mitarbeitern zugesagten Aktienoptionen prüfen.
Die Rezension kann Folgendes beinhalten:
- ESOP-Dokumente
- Optionsvereinbarungen
- Vesting-Pläne,
- Phantomaktienpläne,
- Bonusregelungen und
- informelle Verpflichtungen.
Die Mitarbeiterbeteiligung sollte mit der Kapitalstruktur übereinstimmen.
6. Datenschutz-Sorgfaltspflichten
Datenschutz ist insbesondere für digitale Unternehmen von großer Bedeutung.
Startups können Folgendes verarbeiten:
- Kundennamen,
- E-Mail-Adressen,
- Telefonnummern,
- Zahlungsinformationen,
- Nutzerverhalten
- Standortinformationen,
- Mitarbeiterakten,
- biometrische Informationen oder
- andere personenbezogene Daten.
Ein türkisches Startup muss möglicherweise die Einhaltung des Gesetzes Nr. 6698 zum Schutz personenbezogener Daten und damit verbundener Anforderungen berücksichtigen.
Je nach Art der internationalen Geschäftstätigkeit können auch andere Regelungen wie die DSGVO relevant sein.
Datenzuordnung
Der Investor könnte fragen:
- Welche personenbezogenen Daten erhebt das Unternehmen?
- Warum wird es verarbeitet?
- Wo wird es aufbewahrt?
- Wer erhält es?
- Wie lange wird es aufbewahrt?
- Werden Daten außerhalb der Türkei übertragen?
Ein Startup, das diese grundlegenden Fragen nicht beantworten kann, verfügt möglicherweise über eine unausgereifte Struktur zur Einhaltung der Datenschutzbestimmungen.
Datenschutzhinweise
Es kann erwartet werden, dass das Unternehmen angemessene Transparenzdokumente zu folgenden Punkten vorlegt:
- Kunden,
- Website-Besucher,
- Mitarbeiter,
- Anwendungsbenutzer und
- andere betroffene Personen.
Allgemeine ausländische Datenschutzrichtlinien werden den türkischen Anforderungen möglicherweise nicht ausreichend gerecht.
Internationale Datentransfers
Technologie-Startups nutzen häufig ausländische Dienstleister für:
- Cloud-Hosting,
- CRM,
- Analytik
- Kundendienst
- E-Mail,
- KI-Tools und
- Projektmanagement.
Dies kann die internationale Übermittlung personenbezogener Daten beinhalten.
Der Investor kann prüfen, ob das Startup einen geeigneten rechtlichen Übertragungsmechanismus eingerichtet hat.
Datenpannen
Alle in der Vergangenheit aufgetretenen Cybersicherheitsvorfälle oder Datenschutzverletzungen sollten untersucht werden.
Der Investor könnte fragen:
- Wurden Kundendaten durchgesickert?
- War eine behördliche Meldung erforderlich?
- Wurden die betroffenen Nutzer informiert?
- Welche Sanierungsmaßnahmen wurden durchgeführt?
Schwerwiegende Cybersicherheitsvorfälle können die Unternehmensbewertung erheblich beeinflussen.
7. Regulatorische Sorgfaltspflicht
Nicht jedes Startup agiert in einem unregulierten Umfeld.
Manche Unternehmen benötigen Lizenzen, Genehmigungen oder branchenspezifische Vorschriften.
Beispiele hierfür sind Startups, die in folgenden Bereichen tätig sind:
- Fintech,
- Zahlungsdienste,
- elektronisches Geld,
- Krypto-Assets
- Versicherung,
- Gesundheitspflege,
- Telekommunikation,
- Energie,
- Transport und
- bestimmte Finanzaktivitäten.
Der Test des regulatorischen Geschäftsmodells
Die Anwälte des Investors analysieren möglicherweise eher das tatsächliche Geschäftsmodell als die vom Startup verwendete Terminologie.
Ein Unternehmen, das sich selbst als „Technologieplattform“ bezeichnet, kann dennoch einer regulierten Tätigkeit nachgehen.
Die rechtliche Analyse könnte beispielsweise folgende Fragen aufwerfen:
- Wer verwaltet das Kundengeld?
- Wer initiiert die Zahlungen?
- Wer führt die Überweisung durch?
- Wer erbringt die Finanzdienstleistung?
- Wer trägt das Risiko?
Die Bezeichnung eines regulierten Dienstes als „Software“ beseitigt nicht zwangsläufig die Autorisierungspflichten.
Fehlende Lizenzen
Eine fehlende Lizenz kann zu einem erheblichen Investitionsproblem werden.
Der Investor könnte Folgendes verlangen:
- Einholung der Genehmigung vor Abschluss,
- Umstrukturierung des Geschäftsmodells
- Einschränkungen des Betriebs oder
- spezifische Entschädigung.
In schwerwiegenden Fällen kann der Investor von der Transaktion zurücktreten.
8. Sorgfaltspflichten bei Rechtsstreitigkeiten und Streitigkeiten
Das Startup sollte wesentliche Streitigkeiten offenlegen.
Dies kann Folgendes umfassen:
- Klagen,
- Schiedsverfahren,
- Vollstreckungsverfahren
- Verwaltungsermittlungen,
- Regulierungsverfahren
- Streitigkeiten im Bereich des geistigen Eigentums
- Kundenreklamationen
- Ansprüche von Arbeitnehmern und
- Gründerstreitigkeiten.
Der Investor wird Folgendes beurteilen:
- finanzielles Risiko,
- Verlustwahrscheinlichkeit
- Reputationsauswirkungen und
- operative Folgen.
Drohende Ansprüche
Die Sorgfaltspflicht beschränkt sich nicht auf eingereichte Klagen.
Der Investor kann außerdem Einzelheiten anfordern zu:
- Mahnschreiben
- formelle Mitteilungen,
- angedrohte Rechtsstreitigkeiten
- behördliche Korrespondenz und
- ungelöste Vertragsstreitigkeiten.
Ein schwerwiegender Anspruch verliert nicht allein dadurch an Bedeutung, dass das Gerichtsverfahren noch nicht begonnen hat.
9. Finanzierungs- und Schuldenprüfung
Der Investor wird die bestehenden finanziellen Verpflichtungen des Startups verstehen wollen.
Zu den Dokumenten können gehören:
- Bankkredite,
- Gesellschafterdarlehen,
- Wandelschuldverschreibungen
- Schuldscheine
- Sicherheitsvereinbarungen
- Garantien
- Leasingverträge und
- Kreditfazilitäten.
Gründerdarlehen
Gründer finanzieren das Unternehmen in der Anfangsphase oft persönlich.
Diese Beträge sollten dokumentiert werden.
Der Investor wird fragen, ob das Geld Folgendes darstellt:
- eingezahltes Kapital,
- Gesellschafterdarlehen,
- Wandelfinanzierung oder
- Erstattungsfähige Auslagen.
Unklare Gründerfinanzierung kann zu Streitigkeiten über die Rückzahlung führen.
Konvertierbare Instrumente
Herausragende Wandelanleihen sind von besonderer Bedeutung, da sie sich auf die Kapitalstruktur auswirken können.
Der Investor kann Folgendes prüfen:
- Kapitalbetrag,
- Bewertungsobergrenze
- Rabatt,
- Reife,
- Interesse,
- Konvertierungsereignisse und
- Anlegerrechte.
Mehrere kleine Wandelanleihen können bei der nächsten Finanzierungsrunde zu einer erheblichen Verwässerung führen.
Sicherheitsinteressen
Der Investor kann außerdem feststellen, ob die Vermögenswerte des Startups folgenden Bestimmungen unterliegen:
- Zusagen,
- Hypotheken,
- Banksicherheit
- Aktienzusagen oder
- andere Belastungen.
Wenn wichtige geistige Eigentumsrechte an einen Kreditgeber verpfändet wurden, kann der Investor dieses Material berücksichtigen.
10. Steuerliche Sorgfaltspflicht
Obwohl die steuerliche Due-Diligence-Prüfung oft von separaten Steuerberatern durchgeführt wird, gibt es häufig Überschneidungen zwischen rechtlicher Due-Diligence-Prüfung und Steuerprüfung.
Mögliche Anwendungsbereiche sind:
- Unternehmenssteuer
- Mehrwertsteuer
- Quellensteuerverpflichtungen
- Lohnsteuern,
- Verrechnungspreise,
- Steuerstreitigkeiten,
- grenzüberschreitende Zahlungen und
- historische Akten.
Hohe unbezahlte Steuerschulden können die Investitionsstruktur beeinflussen.
Grenzüberschreitende Startup-Strukturen
Ein Startup könnte Folgendes haben:
- ein türkisches Betreiberunternehmen
- eine ausländische Holdinggesellschaft
- ausländische Tochtergesellschaften
- Dienstleistungsverträge mit verbundenen Unternehmen.
Der Investor kann Folgendes prüfen:
- Verrechnungspreise,
- IP-Lizenzierung
- Verwaltungsgebühren
- konzerninterne Darlehen und
- wirtschaftliche Substanz.
Internationale Strukturen sollten eine legitime wirtschaftliche und steuerliche Begründung haben.
11. Wettbewerbsrechtliche Sorgfaltspflicht
Das Wettbewerbsrecht könnte relevant werden, wenn das Startup:
- verfügt über eine bedeutende Marktmacht
- nutzt Exklusivität,
- beteiligt sich an Preisverhandlungen,
- teilt geschäftssensible Informationen,
- betreibt einen Marktplatz, oder
- schließt wettbewerbsbeschränkende Vereinbarungen ab.
Investoren können je nach Art der Transaktion und den geltenden Schwellenwerten auch beurteilen, ob die geplante Investition selbst fusionskontrollrechtliche Fragen aufwirft.
Informationen über Wettbewerber
Startups sollten vorsichtig sein, wettbewerbssensible Informationen mit strategischen Investoren auszutauschen, die gleichzeitig Konkurrenten sind.
Im Rahmen der Due-Diligence-Prüfung müssen die Verfahren zum Informationsaustausch gegebenenfalls eingeschränkt werden.
Bei sensiblen Transaktionen können Clean Teams oder kontrollierter Datenzugriff angebracht sein.
12. Sorgfaltspflichten im Verbraucherrecht
B2C-Startups könnten mit Verbraucherschutzverpflichtungen konfrontiert werden.
Der Investor kann Folgendes prüfen:
- Fernabsatzverträge,
- Abonnementbedingungen,
- Rückerstattungspraktiken
- Widerrufsrecht
- Preisangaben,
- wiederkehrende Zahlungen,
- unfaire Vertragsbedingungen und
- Kundenbeschwerden.
Ein Startup mit Tausenden von Kunden kann durch eine nicht regelkonforme Customer Journey ein erhebliches rechtliches Risiko eingehen.
Automatische Verlängerungen
Startups im Bereich Abonnements sollten besonders auf Folgendes achten:
- Verlängerungsbedingungen,
- Stornierung,
- Preisänderungen,
- Verbraucherhinweise und
- Zahlungsautorisierung.
Aggressive Abonnementpraktiken können regulatorische und Reputationsrisiken bergen.
13. Sorgfaltspflichten im elektronischen Geschäftsverkehr
E-Commerce-Unternehmen können je nach Art des Startups – ob es als solches agiert oder nicht – mit spezifischen Anforderungen konfrontiert sein:
- Verkäufer,
- Marktplatz,
- zwischengeschalteter Dienstleister oder
- E-Commerce-Plattform.
Der Investor kann Folgendes prüfen:
- Plattformbedingungen,
- Verkäufervereinbarungen
- Kundeninformationen,
- Werbepraktiken und
- behördliche Registrierungen, sofern erforderlich.
14. Immobilien- und Büroangelegenheiten
Gegebenenfalls kann der Investor Folgendes prüfen:
- Büromietverträge
- Lagerhausmietverträge
- Eigentumsurkunden,
- Untermietverträge,
- Einlagen,
- Kündigungsrechte und
- Verlängerungszeiträume.
Für ein digitales Startup mag dies relativ unbedeutend sein.
Für Startups in den Bereichen Logistik, Produktion oder Einzelhandel können Eigentumsrechte von großer wirtschaftlicher Bedeutung sein.
15. Versicherung
Der Investor kann prüfen, ob das Unternehmen über einen angemessenen Versicherungsschutz verfügt.
Je nach Branche kann dies Folgendes umfassen:
- Berufshaftpflicht,
- Cyberversicherung,
- D&O-Versicherung (Directors and Officers Insurance),
- Produkthaftung oder
- Gebäudeversicherung.
Das Fehlen einer angemessenen Versicherung verhindert nicht zwangsläufig eine Investition, kann aber nach Abschluss der Transaktion zu einer Auflage werden.
16. Transaktionen mit verbundenen Parteien
Transaktionen zwischen dem Startup und den Gründern oder deren verbundenen Unternehmen werden oft genauestens geprüft.
Beispiele hierfür sind:
- Büro vom Gründer gemietet,
- Beratungsleistungen, die von einem Gründerunternehmen erworben wurden
- Kredite an Gründer,
- IP-Lizenz von einem Gründer,
- Zahlungen an Familienmitglieder.
Der Investor möchte feststellen, ob diese Vereinbarungen Folgendes beinhalten:
- wirtschaftlich angemessen,
- ordnungsgemäß genehmigt,
- dokumentiert und
- auf Armeslänge.
Nicht offengelegte Transaktionen zwischen verbundenen Unternehmen können das Vertrauen der Anleger schädigen.
17. Korruptionsbekämpfung und Compliance
Unternehmen mit Kontakten zu Regierungsbehörden, internationaler Geschäftstätigkeit oder großen Unternehmenskunden könnten mit verstärkten Compliance-Prüfungen konfrontiert werden.
Anleger könnten folgende Fragen haben:
- Geschenke
- Provisionen,
- Agenten
- Berater,
- öffentliches Beschaffungswesen
- Regierungsbeziehungen und
- Antikorruptionsmaßnahmen.
Verdächtige Zahlungen über Zwischenhändler können erhebliche rechtliche und Reputationsrisiken bergen.
18. Einhaltung der Sanktionen
Startups, die international tätig sind, müssen möglicherweise Sanktionsbeschränkungen berücksichtigen.
Dies könnte insbesondere dann relevant sein, wenn das Unternehmen:
- empfängt internationale Zahlungen,
- arbeitet mit ausländischen Kunden zusammen
- exportiert Technologie,
- betreibt Kryptodienste oder
- hat Nutzer in sanktionierten Ländern.
Anleger können prüfen, ob das Unternehmen über angemessene Compliance-Verfahren verfügt.
19. Warnsignale bei der rechtlichen Sorgfaltsprüfung
Bestimmte Themen ziehen häufig die Aufmerksamkeit von Investoren auf sich.
Unklare Kapitaltabelle
Die tatsächlichen Eigentumsverhältnisse des Unternehmens können nicht überprüft werden.
Inaktiver Gründer mit großem Firmenanteil
Ein erheblicher Teil des Eigenkapitals verbleibt im Gesellschafterverzeichnis.
Fehlende Gründer-Vesting
Die Gründer können sofort ausscheiden und dennoch große Anteile behalten.
Geistiges Eigentum in persönlichem Besitz
Die Kerntechnologie oder Markenrechte gehören nicht dem Startup.
IP-Probleme von Freiberuflern
Kritischer Quellcode wurde ohne entsprechende Vereinbarungen erstellt.
Informelle Mitarbeiterbeteiligung
Mitarbeiter oder Berater haben nicht dokumentierte Aktienansprüche.
Regulatorisches Risiko
Das Unternehmen benötigt möglicherweise eine Lizenz, die es nicht besitzt.
Unbeschränkte Kundenhaftung
Großaufträge setzen das Unternehmen unverhältnismäßigen Ansprüchen aus.
Datenschutzprobleme
Der Umgang mit personenbezogenen Daten ist rechtlich nicht geregelt.
Historische Unternehmensmängel
Aktienübertragungen und Kapitalerhöhungen sind noch nicht abgeschlossen.
Schwerwiegende Rechtsstreitigkeiten
Wesentliche Schadensersatzforderungen könnten die Finanzen des Unternehmens gefährden.
Gründerkonflikt
Die Aktionäre befinden sich bereits in einem erheblichen Streit.
Nicht jedes Warnsignal führt zum Scheitern einer Transaktion.
Doch jeder dieser Punkte kann sich auf die Investitionsbedingungen auswirken.
Was geschieht, wenn die Due-Diligence-Prüfung ein Problem aufdeckt?
Der Investor hat mehrere mögliche Reaktionen.
Der Investor kann:
- Bitten Sie das Startup, das Problem vor dem Schließen zu beheben
- Wertminderung
- zusätzliche Garantien anfordern,
- spezifische Entschädigung fordern,
- Änderung der Regierungsrechte
- einen Teil des Kaufpreises behalten,
- die Investition umstrukturieren oder
- die Verhandlungen beenden.
Die Schwere der Reaktion hängt vom Risiko ab.
Vorbedingungen
Im Rahmen der Due-Diligence-Prüfung entdeckte Probleme können zu Bedingungen für den Vertragsabschluss werden.
Beispiele hierfür sind:
- Übertragung der Markenrechte an das Unternehmen,
- Beschaffen fehlender IP-Zuweisungen,
- Umwandlung des Unternehmens in eine A.Ş
- Korrektur der Kapitalisierungstabelle,
- Beilegung eines Gründerstreits
- Einholung einer behördlichen Genehmigung,
- die Kündigung eines ungünstigen Vertrags, oder
- Aktualisierung der Unternehmensdaten.
Der Investor schließt den Vertrag erst ab, wenn die Bedingung erfüllt ist.
Verpflichtungen nach Abschluss der Transaktion
Manche Probleme müssen vor dem Abschluss nicht gelöst werden.
Stattdessen kann das Startup zustimmen, die Mängel innerhalb einer festgelegten Frist im Anschluss zu beheben.
Diese werden oft als nachvertragliche Maßnahmen bezeichnet.
Zum Beispiel:
Das Unternehmen wird die Markenanmeldung innerhalb von 90 Tagen nach Abschluss der Transaktion abschließen.
Ob ein Problem vor oder nach dem Abschluss der Transaktion auftritt, hängt von seiner Wesentlichkeit ab.
Zusicherungen und Gewährleistungen
Sorgfaltspflicht und Gewährleistungen stehen in engem Zusammenhang.
Der Investor kann vom Unternehmen und den Gründern die Bestätigung von Aussagen wie den folgenden verlangen:
- Das Unternehmen ist ordnungsgemäß gegründet
- Die Groß- und Kleinschreibung ist korrekt
- Das geistige Eigentum ist rechtmäßig im Besitz
- Es gibt keine nicht offengelegten Rechtsstreitigkeiten
- Die Steuern wurden bezahlt
- Materielle Verträge sind gültig
- Die regulatorischen Anforderungen sind erfüllt.
Sollten sich diese Aussagen später als falsch erweisen, kann der Investor vertragliche Ansprüche geltend machen.
Offenlegungsschreiben
Das Startup kann Garantien im Rahmen eines Offenlegungsprozesses festlegen.
Angenommen, im Investitionsvertrag heißt es:
„Das Unternehmen ist nicht in Rechtsstreitigkeiten verwickelt.“
Das Startup hat jedoch einen laufenden Rechtsstreit um ein Arbeitsverhältnis.
Das Unternehmen kann die Klage im Einzelnen offenlegen.
Der Investor unterzeichnet die Transaktion in Kenntnis der offengelegten Sachlage.
Eine ordnungsgemäße Offenlegung kann künftige Gewährleistungsstreitigkeiten erheblich reduzieren.
Entschädigungen
Ein Investor kann eine spezifische Entschädigung verlangen, wenn im Rahmen der Due-Diligence-Prüfung ein bekanntes Risiko festgestellt wird.
Zum Beispiel:
- ausstehende Steuerveranlagung
- IP-Streitigkeiten
- Behauptung eines ehemaligen Mitarbeiters
- behördliche Untersuchung.
Die Vereinbarung kann vorsehen, dass die Gründer oder das Unternehmen den Investor entschädigen, falls das identifizierte Risiko eintritt.
Entschädigungsvereinbarungen sollten sorgfältig ausgehandelt werden.
Kann die rechtliche Due-Diligence-Prüfung die Unternehmensbewertung beeinflussen?
Ja.
Angenommen, die Parteien einigen sich zunächst auf eine Bewertung von 15 Millionen US-Dollar.
Die Due-Diligence-Prüfung ergibt:
- Das Startup besitzt keine Schlüsselsoftware
- Der größte Kunde kann sofort kündigen
- Ein ehemaliger Gründer beansprucht 15 % des Unternehmens.
Der Investor könnte zu dem Schluss kommen, dass das Unternehmen riskanter ist als ursprünglich angenommen.
Der Investor könnte daher Folgendes vorschlagen:
- niedrigere Bewertung
- zusätzliche Aktien
- stärkere Liquidationspräferenz,
- Umstrukturierung oder
- Verzögerte Schließung.
Die rechtliche Qualität kann sich daher direkt auf den kommerziellen Wert auswirken.
Kann ein Startup bei der Due-Diligence-Prüfung scheitern?
Es gibt keine formale Bestehens-/Nichtbestehensregel.
Sorgfältige Prüfung ist eine Risikobewertung.
Ein Startup kann rechtliche Probleme haben und trotzdem Investitionen erhalten.
Die relevanten Fragen lauten:
- Wie gravierend ist das Problem?
- Lässt sich das korrigieren?
- Wie teuer ist die Sanierung?
- Gefährdet es das Geschäftsmodell?
- Wird sich das auf zukünftige Spendenaktionen auswirken?
- Geht der Gründer transparent damit um?
Anleger sind oft mehr um nicht offengelegte Probleme besorgt als um offengelegte und beherrschbare Risiken.
Transparenz bei der Due-Diligence-Prüfung
Gründer sollten es vermeiden, wesentliche Probleme zu verschweigen.
Wenn der Investor später feststellt, dass die Gründer absichtlich Folgendes verschwiegen haben:
- Rechtsstreitigkeiten
- Steuerverbindlichkeiten
- Gründerstreitigkeiten
- IP-Probleme oder
- behördliche Untersuchungen,
Das Vertrauen könnte zusammenbrechen.
Je nach den Umständen können dadurch auch Gewährleistungs- oder Betrugsansprüche entstehen.
Die Sorgfaltsprüfung sollte daher transparent erfolgen.
Vorbereitung eines Startups auf die Due-Diligence-Prüfung
Ein Startup, das sich auf eine Investition vorbereitet, sollte idealerweise mehrere Schritte durchführen.
Bereinigen Sie den Cap Table
Prüfen Sie, ob die Unternehmensregister die tatsächlichen Eigentumsverhältnisse widerspiegeln.
Gründervereinbarungen prüfen
Stellen Sie sicher, dass die Gründerrechte, die Vesting-Regeln und die Ausscheidensregeln klar definiert sind.
Übertragung von geistigem Eigentum
Das Kern-IP sollte im Besitz des Unternehmens sein oder von diesem sicher kontrolliert werden.
Freelancer-Verträge prüfen
Fehlende Aufgaben gegebenenfalls beschaffen.
Wichtige Marken registrieren
Die Markenrechte sollten klar sein.
Überprüfung der Mitarbeiterdokumentation
Stellen Sie sicher, dass alle wichtigen Arbeits- und Vertraulichkeitsvereinbarungen vorliegen.
Prüfmaterial Kundenverträge
Identifizieren Sie ungewöhnliche Haftungs- oder Kündigungsbestimmungen.
Kartendatenverarbeitung
Persönliche Datenflüsse verstehen.
Überprüfung der regulatorischen Anforderungen
Prüfen Sie, ob Lizenzen benötigt werden.
Unternehmensakten organisieren
Die Beschlüsse von Vorstand und Aktionären sollten vollständig sein.
Rechtsstreitigkeiten identifizieren
Erstellen Sie präzise Zusammenfassungen.
Überprüfung der hervorragenden Finanzierung
Wandelschuldverschreibungen und Gründerdarlehen sollten dokumentiert werden.
Checkliste für die rechtliche Due-Diligence-Prüfung von Startups
Vor der Einrichtung eines Datenraums sollten Gründer überlegen, ob sie entsprechende Dokumente bereitstellen können zu:
- Eingliederung,
- Satzung,
- Handelsregistereinträge,
- Aktionäre
- Kapitaltabelle,
- Aktienbuch,
- Kapitalerhöhungen
- Aktienübertragungen,
- Gründerbeteiligung,
- Aktionärsvereinbarungen
- Investitionsabkommen,
- Wandelfinanzierung
- Gesellschafterdarlehen,
- Beschlüsse des Vorstands,
- Beschlüsse der Generalversammlung
- geistiges Eigentum,
- Softwarebesitz,
- Freelancer IP,
- Marken,
- Patente,
- Domänen,
- Open-Source-Software,
- Mitarbeiter,
- Berater,
- Mitarbeiterbeteiligung
- Kundenverträge,
- Lieferantenverträge,
- Lizenzvereinbarungen
- Rechtsstreitigkeiten
- Vollstreckungsverfahren
- behördliche Lizenzen,
- Datenschutz
- Cybersicherheit,
- Verbraucherkonformität
- Steuerstreitigkeiten,
- Transaktionen zwischen verbundenen Unternehmen
- Versicherung und
- wesentliche Verbindlichkeiten.
Die genaue Liste variiert je nach Startup.
Due-Diligence-Prüfung für ein junges Startup
Ein Startup in der Pre-Seed-Phase verfügt möglicherweise über relativ wenige Dokumente.
Der Investor konzentriert sich möglicherweise vor allem auf Folgendes:
- Gründerbeteiligung
- IP,
- Eingliederung,
- Verpflichtungen der Gründer
- Vorkaufsrechte und
- Regulatorische Machbarkeit.
Die Überprüfung dürfte daher relativ eingeschränkt sein.
Die Kernfragen bleiben jedoch wichtig.
Auch ein Startup ohne Einnahmen kann ein fatales Problem mit dem Eigentum an geistigem Eigentum haben.
Due-Diligence-Prüfung für ein Series-A-Startup
Ein Unternehmen der Serie A kann Folgendes aufweisen:
- Dutzende von Mitarbeitern
- Hunderte von Verträgen,
- wesentliche personenbezogene Daten,
- frühere Investoren
- Auslandseinsätze
- mehrere Produkte.
Die Due-Diligence-Prüfung ist daher wesentlich umfassender.
Der Investor kann eine professionelle Unternehmensführung und eine detaillierte Dokumentation erwarten.
Due-Diligence-Prüfung für eine strategische Akquisition
Eine Übernahme kann eine noch detailliertere Prüfung erfordern, da der Käufer die Kontrolle oder 100 % des Unternehmens erwerben kann.
Der Käufer kann Folgendes prüfen:
- alle materiellen Verträge,
- Beschäftigungsrisiko
- historische Besteuerung,
- IP-Rechtekette,
- regulatorische Angelegenheiten,
- Cybersicherheit,
- Bestimmungen zum Kontrollwechsel und
- Integrationsrisiken nach dem Abschluss.
Die rechtliche Prüfung einer Unternehmensübernahme ist daher oft umfangreicher als bei einer Minderheitsbeteiligung.
Gründer-Due-Diligence
Investoren führen mitunter eine Due-Diligence-Prüfung nicht nur des Unternehmens, sondern auch der Gründer durch.
Dies kann die Überprüfung folgender Punkte umfassen:
- Vorgängerunternehmen
- beruflicher Werdegang
- Interessenkonflikte,
- konkurrierende Unternehmen
- Aktienbeteiligungen
- Rechtsstreitigkeiten und
- andere für die Investition relevante Angelegenheiten.
Der Umfang sollte in einem angemessenen Verhältnis zur Transaktion stehen.
Gründer sollten wesentliche Interessenkonflikte frühzeitig offenlegen.
Management-Interviews
Die rechtliche Sorgfaltsprüfung basiert nicht immer ausschließlich auf Dokumenten.
Der Anwalt des Investors kann folgende Personen befragen:
- CEO
- CTO
- Finanzvorstand
- Personalmanager/in
- Datenschutzbeauftragte
- Rechtsteam oder
- andere leitende Angestellte.
Ziel ist es, zu verstehen, wie das Unternehmen tatsächlich funktioniert.
Richtlinien, die nur auf dem Papier existieren, können anspruchsvolle Anleger möglicherweise nicht zufriedenstellen, wenn die tatsächliche Praxis damit nicht übereinstimmt.
Der Bericht zur rechtlichen Due Diligence
Der Anwalt des Investors kann einen rechtlichen Due-Diligence-Bericht erstellen.
Je nach Art der Transaktion kann dies Folgendes bedeuten:
- umfassend,
- auf Warnsignale fokussiert, oder
- beschränkt auf bestimmte Bereiche.
Ein Warnhinweisbericht legt typischerweise den Schwerpunkt auf wesentliche Punkte, anstatt jedes Dokument zusammenzufassen.
Probleme lassen sich wie folgt kategorisieren:
- hohes Risiko
- mittleres Risiko
- geringes Risiko oder
- informativ.
Der Investor nutzt den Bericht anschließend, um die Transaktionsbedingungen auszuhandeln.
Red Flag Due Diligence
Frühphaseninvestoren bevorzugen oft eine Due-Diligence-Prüfung auf Basis von Warnsignalen.
Anstatt jede Rechtsfrage eingehend zu untersuchen, konzentriert sich der Anwalt auf Angelegenheiten, die wesentliche Auswirkungen haben können:
- Bewertung,
- Eigentum,
- Regulierungsstatus,
- IP,
- Rechtsstreitigkeiten
- Investitionsrechte oder
- Ausfahrt.
Dieser Ansatz kann die Kosten senken und die Transaktion beschleunigen.
Rechtliche Due-Diligence-Prüfung und zukünftige Mittelbeschaffung
Gründer sollten bedenken, dass die Due-Diligence-Prüfung keine einmalige Angelegenheit ist.
Das Startup kann während folgender Phase einer rechtlichen Prüfung unterzogen werden:
- Startkapital
- Serie A,
- Serie B,
- strategische Investitionen
- Bankfinanzierung
- Übernahme und
- Vorbereitung des Börsengangs.
Eine heute ungelöste Rechtsfrage kann bei jeder zukünftigen Transaktion wieder auftauchen.
Der Aufbau einer guten Rechtsinfrastruktur schafft daher langfristigen Wert.
Rechtliche Angelegenheiten zwischen den Investitionsrunden
Auch nach Abschluss einer Investition sollten Startups weiterhin Aufzeichnungen führen.
Dies umfasst:
- ordnungsgemäße Umsetzung von Vorstandsbeschlüssen
- Abhaltung der vorgeschriebenen Aktionärsversammlungen,
- Aktualisierung von Freigabedatensätzen,
- Dokumentation von Mitarbeiterveränderungen
- Aufzeichnung von IP-Übertragungen
- Einhaltung der Datenschutzbestimmungen
- Überprüfung wichtiger Verträge und
- Überwachung regulatorischer Entwicklungen.
Das Warten auf den nächsten Investor birgt unnötige Risiken.
Häufige Fehler bei der Due-Diligence-Prüfung von Startups
Zu spät mit den Vorbereitungen beginnen
Die rechtliche Aufräumarbeit beginnt erst nach der Unterzeichnung des Term Sheets.
Unvollständiger Datenraum
Die Dokumente werden willkürlich und ohne Struktur hochgeladen.
Inkonsistente Kapitalisierungstabelle
Die Eigentumsverhältnisse von Tabellenkalkulationen unterscheiden sich von denen rechtlicher Dokumente.
Fehlende IP-Zuweisungen
Gründer und Freiberufler haben keine Rechte übertragen.
Ignorieren informeller Gleichstellungsversprechen
Ehemalige Angestellte könnten Ansprüche haben.
Probleme verbergen
Nicht offengelegte Probleme schädigen das Vertrauen der Anleger.
Verwendung generischer Verträge
Wichtige Geschäftsrisiken wurden nie verhandelt.
Keine regulatorische Analyse
Das Unternehmen startet, bevor geklärt ist, ob eine Genehmigung erforderlich ist.
Schwache Einhaltung des Datenschutzes
Das Startup hat eine Datenschutzerklärung kopiert, ohne die tatsächlichen Datenflüsse zu analysieren.
Fehlende Unternehmensbeschlüsse
Historische Entscheidungen lassen sich nicht überprüfen.
Praxisbeispiel: Due Diligence für ein SaaS-Startup
Angenommen, ein türkisches SaaS-Unternehmen strebt eine Series-A-Investition in Höhe von 3 Millionen US-Dollar an.
Das Unternehmen präsentiert folgende Kapitalstruktur:
Gründer A: 45 %
Gründer B: 35 %
Seed-Investor: 20 %
Im Rahmen der Due-Diligence-Prüfung stellt der Investor Folgendes fest:
- Die ursprüngliche Software wurde von Gründer B vor der Gründung des Unternehmens entwickelt;
- Es wurde keine IP-Zuweisung unterzeichnet;
- Zwei freiberufliche Entwickler schrieben wesentliche Teile der Plattform ohne angemessene Übertragungsregelungen;
- Ein ehemaliger Berater hat eine E-Mail, in der 2 % versprochen werden;
- Das Unternehmen übermittelt Kundendaten an ausländische Cloud-Anbieter ohne eine dokumentierte Übertragungsstruktur.
Der Investor kann vor dem Abschluss folgende Bedingungen verlangen:
- Gründer B überträgt die entsprechenden IP-Rechte an das Unternehmen
- Freiberufler führen bestätigende IP-Aufträge aus
- Der Anspruch des Beraters ist beigelegt oder rechtlich geklärt
- Die Kapitalisierungsübersicht wird aktualisiert
- Internationale Datentransfers sind rechtlich geregelt.
Die Investition kann dennoch erfolgen.
Die rechtlichen Mängel des Unternehmens haben jedoch zu zusätzlichen Kosten und Verzögerungen geführt.
Praxisbeispiel: Fintech-Startup
Angenommen, ein Fintech-Startup erhält eine Seed-Finanzierung.
Die Gründer beschreiben das Unternehmen wie folgt:
„Eine Softwareplattform, die Kunden und Finanzdienstleister miteinander verbindet.“
Im Rahmen der regulatorischen Due-Diligence-Prüfung entdeckt der Investor, dass das Unternehmen selbst Kundengelder entgegennimmt und weiterleitet.
Dies könnte Fragen aufwerfen, ob das Startup eine regulierte Tätigkeit ausübt.
Der Investor könnte Folgendes verlangen:
- eine detaillierte regulatorische Stellungnahme
- Umstrukturierung der Zahlungsströme
- Zusammenarbeit mit einem lizenzierten Anbieter, oder
- die erforderliche Genehmigung einholen.
Dies verdeutlicht, warum die rechtliche Due-Diligence-Prüfung das Geschäftsmodell selbst beeinflussen kann.
Praxisbeispiel: Gründerstreit
Zwei Gründer besitzen ursprünglich:
Gründer A: 50 %
Gründer B: 50 %
Gründer B scheidet nach sechs Monaten aus.
Es gibt keine Vesting-Vereinbarung.
Gründer B behält 50%.
Drei Jahre später schließt Gründer A eine Serie-A-Finanzierungsrunde ab.
Der Investor entdeckt, dass ein inaktiver ehemaliger Gründer immer noch die Hälfte des Unternehmens besitzt.
Der Investor kann die Fortsetzung des Projekts verweigern, solange die Eigentümerstruktur nicht geklärt ist.
Zu diesem Zeitpunkt verfügt Gründer B möglicherweise über eine beträchtliche Verhandlungsmacht, da das Unternehmen nun einen hohen Wert besitzt.
Dieses Problem hätte durch eine Gründerbeteiligung bei der Unternehmensgründung gelöst werden können.
Warum die rechtliche Due-Diligence-Prüfung für Gründer wertvoll ist
Obwohl Gründer die Due-Diligence-Prüfung manchmal als Hindernis betrachten, kann ihnen dieser Prozess doch Vorteile bringen.
Es könnte Folgendes offenbaren:
- fehlende Verträge
- schwache IP-Rechte
- Beschäftigungsrisiken
- regulatorische Fragen,
- Datenschutzprobleme
- Unternehmensmängel und
- Unstimmigkeiten in der Kapitalisierungsübersicht.
Die Behebung dieser Probleme kann dem Start-up zum Erfolg verhelfen:
- leichter zu finanzieren,
- leichter zu verkaufen,
- professioneller geführt,
- für Unternehmenskunden attraktiver und
- besser für die internationale Expansion gerüstet.
Die rechtliche Due-Diligence-Prüfung kann daher als Gesundheitscheck für ein Unternehmen fungieren.
Wie lange dauert die rechtliche Due-Diligence-Prüfung eines Startups?
Es gibt keine festgelegte Frist.
Die Dauer hängt von Folgendem ab:
- Unternehmensgröße
- Transaktionswert,
- Industrie,
- Dokumentenorganisation,
- Anzahl der Tochtergesellschaften
- regulatorische Komplexität
- Erwartungen der Anleger und
- Schwere der festgestellten Probleme.
Ein kleines, junges Start-up-Unternehmen mit gut organisierten Unterlagen kann die Due-Diligence-Prüfung relativ schnell abschließen.
Ein reguliertes Unternehmen mit:
- ausländische Tochtergesellschaften
- Hunderte von Mitarbeitern,
- umfangreiche Rechtsstreitigkeiten und
- komplexes geistiges Eigentum
könnte deutlich mehr Zeit in Anspruch nehmen.
Der einfachste Weg, den Prozess zu verkürzen, besteht darin, sich vorzubereiten, bevor der Investor beginnt.
Wie können Gründer die Due-Diligence-Prüfung beschleunigen?
Gründer können die Effizienz verbessern, indem sie:
- Aufrechterhaltung eines organisierten Datenraums,
- Benennung eines Transaktionskontakts
- Fragen genau beantworten,
- Vermeidung doppelter Dokumente
- Bereitstellung übersichtlicher Kapitalisierungstabellen,
- Zusammenfassungen von Streitfällen erstellen,
- frühzeitiges Erkennen fehlender Dokumente und
- Anwälte unverzüglich über bekannte Risiken informieren.
Der Versuch, jede Frage aus dem Gedächtnis zu beantworten, ist ineffizient.
Eine gute Buchführung reduziert die Transaktionskosten.
Sollten Startups ihre eigene rechtliche Due-Diligence-Prüfung durchführen?
Vor einer größeren Finanzierungsrunde kann ein Startup eine Lieferantenprüfung oder eine interne Rechtsprüfung durchführen.
Dadurch können Probleme erkannt werden, bevor die Anleger sie entdecken.
Bereiche können Folgendes umfassen:
- Kapitaltabelle,
- IP,
- Verträge
- Anstellung,
- Datenschutz
- regulatorischer Status und
- Rechtsstreitigkeiten.
Das Start-up kann dann in einem kontrollierten Umfeld Schwächen beheben.
Dies ist insbesondere dann wertvoll, wenn:
- Serie A,
- große strategische Investition
- internationale Spendenaktionen oder
- Firmenverkauf.
Abschluss
Die rechtliche Due-Diligence-Prüfung ist einer der zentralen Schritte bei Investitionstransaktionen in Startups in der Türkei.
Es ermöglicht Investoren festzustellen, ob die Rechtsstruktur des Startups dessen wirtschaftlichen Wert stützt.
Die Überprüfung untersucht üblicherweise:
- Unternehmensstruktur
- Kapitaltabelle,
- Gründerrechte,
- vorherige Investitionsrunden
- geistiges Eigentum,
- Anstellung,
- Handelsverträge,
- Datenschutz
- Einhaltung gesetzlicher Bestimmungen
- Rechtsstreitigkeiten
- Schulden,
- Besteuerung und
- Transaktionen mit verbundenen Unternehmen.
Für Technologie-Startups drehen sich die wichtigsten Fragen häufig um Folgendes:
Wem gehört das Unternehmen?
Wem gehört die Technologie?
Kann das Unternehmen sein Geschäftsmodell rechtmäßig betreiben?
Welche Verbindlichkeiten bestehen bereits?
Kann der Investor die bei Vertragsabschluss zugesicherten Eigentums- und Kontrollrechte erlangen?
Ein Startup, das diese Fragen nicht eindeutig beantworten kann, riskiert Verzögerungen, Wertminderungen oder eingeschränkte Investitionsbedingungen.
Die beste Vorgehensweise ist daher, sich vorzubereiten, bevor die Spendenaktion beginnt.
Gründer sollten Folgendes beachten:
- eine übersichtliche Kapitaltabelle
- ordnungsgemäß dokumentierte Gründerbeziehungen,
- klare Eigentumsverhältnisse des geistigen Eigentums,
- gültige Angestellten- und Freiberuflerverträge,
- organisierte Unternehmensunterlagen,
- angemessene Datenschutzdokumentation
- Einhaltung gesetzlicher Bestimmungen und
- Transparente Aufzeichnungen über Streitigkeiten und Haftungsfragen.
Die rechtliche Due-Diligence-Prüfung sollte nicht mit dem Hochladen der ersten Anfrageliste durch einen Investor beginnen.
Für ein professionell geführtes Startup sollte die Vorbereitung auf eine Due-Diligence-Prüfung zum Standard der Unternehmensführung gehören.
Ein Startup, das von Anfang an in die rechtliche Infrastruktur investiert, ist in der Regel leichter zu finanzieren, leichter zu skalieren und leichter zu verkaufen.
Für Gründer, die institutionelle Investitionen in der Türkei anstreben, kann die rechtliche Vorbereitung daher zu einem echten Wettbewerbsvorteil werden.
Rechtlicher Hinweis: Dieser Artikel dient ausschließlich allgemeinen Informationszwecken und stellt keine Rechts-, Steuer-, Finanz- oder Anlageberatung dar. Der Umfang der rechtlichen Due-Diligence-Prüfung variiert je nach Rechtsform, Branche, Größe, Investitionsphase, Gesellschafterstruktur und Transaktionsbedingungen des Unternehmens. Startups, Gründer und Investoren sollten sich professionell und individuell auf die jeweilige Investitionstransaktion zugeschnitten beraten lassen.
Keine Antworten